Ein Schweizer Maler der Moderne

Collage, 1930, Papier, 36 x 29 cm (R.), 11 x 8,3 cm (o. R.)

Collage, 1930

Um 1930 schuf André Evard eine Reihe kleinformatiger Collagen, die aus sorgfältig angeordneten Rechtecken, Dreiecken und L-förmigen Elementen bestehen. In diesen konstruktiven Kompositionen erprobte der Künstler die Wirkung geometrischer Formen und farblicher Kontraste im begrenzten Format. Die Collagen dienten ihm als Experimentierfeld für Fragen des Gleichgewichts, der Rhythmik und der Raumwirkung – Themen, die sein späteres Schaffen maßgeblich prägten.

Diese Arbeiten bilden die konzeptionelle Grundlage für die 1932 entstandene Werkreihe „Composition abstraite“, in der Evard die in den Collagen entwickelten formalen Prinzipien in Ölmalerei fortführte. Durch die Reduktion auf einfache geometrische Formen und klar abgegrenzte Farbflächen verdeutlichen die Collagen Evards Hinwendung zu einer konstruktiven, vom Suprematismus inspirierten Bildsprache, die den Schritt von der gegenständlichen zur reinen, abstrakten Komposition markiert.