Das Werk zeigt eine expressive Landschaftsszene, die von einem breiten, ruhigen See und einem dramatisch bewegten Himmel bestimmt wird. Über dem Wasser türmen sich große, weiche Kumuluswolken auf, die in zarten Rosa-, Gelb- und Cremetönen gehalten und mit kräftigen dunklen Konturen umrahmt sind. Diese Konturen verleihen den Wolken eine fast grafische Wirkung und betonen ihren dynamischen Charakter. Im Hintergrund liegt eine dunkel schimmernde Hügelkette, während der Vordergrund von kräftigen Blau-, Schwarz- und Violetttönen dominiert wird, die den Uferbewuchs darstellen. Rechts im Bild ragt eine markante diagonale Struktur – vielleicht ein Baumstamm oder eine abstrahierte Holzform – ins Bild und verstärkt die räumliche Tiefe. Die gesamte Malweise wirkt energisch und skizzenhaft: breite Pinselstriche, lebhafte Linien und eine bewegte Farbfläche schaffen eine atmende, atmosphärische Stimmung.
Das Bild gehärt zu Evards später Schaffensphase, in der er sich zunehmend einer freieren, expressiven Landschaftsmalerei zuwandte. Während er in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts einer der Pioniere der geometrischen Abstraktion und des Konstruktivismus in der Schweiz war, verbinden seine späten Arbeiten gegenständliche Motive mit einer abstrahierten, dynamischen Formensprache. Das Werk steht damit exemplarisch für Evards späten Stil – eine Synthese aus Naturbeobachtung, emotionalem Ausdruck und formalen Experiment.