Das Werk zeigt eine stark vereinfachte und konstruktiv aufgebaute Komposition aus Flasche, Glas und einer aufgefächerten Serviette. Die Gegenstände sind auf Linien, Flächen und Konturen reduziert, wodurch ein abstrahierter, skizzenhafter Eindruck entsteht. Das zurückhaltende Kolorit aus Grau-, Beige- und Weißtönen wird nur durch eine markante türkise Linie durchbrochen, die dem Stillleben Rhythmus und strukturelle Spannung verleiht. Evard verzichtet auf illusionistische Modellierung und entwickelt die Formen allein durch Flächenbeziehungen und lineare Gliederung.
Kunsthistorisch steht das Werk im Spannungsfeld zwischen synthetischem Kubismus und der sich entwickelnden Konkreten Kunst, zu deren frühen Vertretern Evard zählt. Das Stillleben markiert eine Übergangsphase in seinem Œuvre: Die Motive sind noch erkennbar gegenständlich, werden jedoch bereits nach Prinzipien konstruktiver Ordnung und formaler Reduktion behandelt. Damit verbindet das Bild kubistische Formauflösung mit der klaren, strukturellen Strenge der abstrakten Avantgarden der 1920er Jahre und zeigt Evards Weg hin zu seinem späteren geometrischen Bildvokabular.