In diesem späten Stillleben zeigt sich André Evards charakteristische Verbindung von konstruktiver Formensprache und reduzierter Farbigkeit. Die Komposition ist klar gegliedert: Eine schwarze Vase und leuchtend rote Äpfel sind in einer frontalen Staffelung angeordnet, die trotz der flächigen Malweise eine subtile Tiefenwirkung erzeugt. Der Hintergrund wird durch geometrische, konstruktive Elemente strukturiert – Linien, Farbflächen und ein abstrahiertes Sonnensymbol – die das traditionelle Stillleben in eine moderne, fast architektonische Ordnung überführen.
Evard reduziert Formen und Farben auf das Wesentliche: die kräftigen Kontraste von Schwarz, Rot, Grün und Gelb verleihen dem Bild eine klare, rhythmische Spannung. Perspektive wird nicht naturalistisch, sondern kompositorisch gedacht – sie ergibt sich aus der Staffelung und Überlagerung der Objekte. Das Werk verdeutlicht Evards konstruktive Malweise, die seit den 1920er Jahren besteht und auch nach 1950 parallel zu seinen gegenständlichen Arbeiten fortgeführt wird. Gegenständliche Motive werden dabei zunehmend in geometrische Strukturen übersetzt, ohne ihre symbolische Bedeutung zu verlieren.