„Landschaft mit Vögeln und Bäumen“ von 1919 erinnert an das Werk „Baum auf gelber Wiese“, dass zwei Jahr früher entstand: Motiv und Farbwahl ähneln sich. Wieder finden wir die leuchtend gelben Felder, den Himmel und die auf der Mittellinie platzierte Reihe der Bäume – diesmal sind es nur drei. Einer steht leuchtend in der Bildmitte, während die anderen zwei unscharf an den Bildrändern dargestellt werden. Das Auge wird angezogen, von diesem Baum im Zentrum, der für sich allein schon die Kreisläufe der Natur verkörpern kann. Himmel und Erde verbindet ist er Zeuge der Lebenskraft und Erneuerung, Hoffnungsträger und Kosmos im Kleinen. Auch finden wir die fast schon obligatorischen Vögel, dargestellt im Flug als kleine schwarze Silhouetten, den Baum umkreisend. Dem standhaften, ortsgebundenen Baum werden so die Bewegung und Freiheit der Vögel gegenübergestellt – auch sie können als Mittlerfiguren zwischen Himmel und Erde verstanden werden. Ob ortsgebunden oder vogelfrei, beide nehmen Teil am ewigen Werden und Vergehen der Welt.