Ein Schweizer Maler der Moderne

andschaft mit Grüner Tanne, 1960, Aquarell auf Papier, 41 x 51,5 cm (R.), 9,2 x 9,5 cm (o. R.)

Landschaft mit Grüner Tanne, 1960

Das Gemälde zeigt eine weitläufige Hügellandschaft in sanften Grün- und Gelbtönen. Im Vordergrund breitet sich eine blühende Wiese aus, übersät mit gelben Blumen und durchsetzt von vereinzelten Felsstücken. Eine markante, schlanke grüne Tanne steht rechts und bildet einen vertikalen Ruhepol innerhalb der weichen, geschwungenen Formen der Umgebung. Die Mittel- und Hintergrundbereiche setzen sich aus kleinteiligen Baumgruppen, Feldern und Wiesenflächen zusammen, deren facettenreiche Grüntöne dem Bild eine ruhige, zugleich rhythmische Struktur verleihen. Die Atmosphäre wirkt klar und friedlich, getragen von einer harmonischen, leicht stilisierten Naturauffassung.
Das Werk steht in einer Phase, in der Evard – einer der frühen Wegbereiter der Schweizer Konkreten – seine abstrakten Impulse wieder häufiger mit gegenständlichen Motiven verband. Während er in den 20er – Jahren zu den Pionieren der ungegenständlichen Kunst zählte, zeigt dieses spätere Landschaftsbild seine Hinwendung zu einer gemäßigten, strukturiert aufgebauten Formensprache. Die klare Komposition, die flächige Farbbehandlung und die rhythmische Ordnung der Naturformen spiegeln dabei seine lebenslange Auseinandersetzung zwischen Abstraktion und Figuration wider.