Ein Schweizer Maler der Moderne

Grüne Äpfel, 1917, Öl auf Hartfaserplatte, 32,5 x 39,5 cm (R.), 17,3 x 24,3 cm (o. R.)

Grüne Äpfel, 1917

In „Grüne Äpfel“ von 1917verwandelt André Evard erneut Landschaft und Stillleben zu einer poetischen, beinahe traumhaften Komposition. Der Untergrund ist in zarten Rosa- und Rottönen gehalten und erinnert in seinen kantigen Strukturen an zerklüftete Berggipfel, bleibt dabei jedoch frei von naturalistischer Darstellung und könnte daher auch einen drapierten Stoff darstellen. Darauf liegen klar erkennbare leuchtend grüne Äpfel – eine deutliche Anlehnung an die Farbpalette, die auch von Ernst Ludwig Kirchner geschätzt wurde.
Wie schon in „Orange“ von 1917 verschmelzen hier Abstraktion und konkrete Gegenstände zu einer visionären Bildwelt. Evard bewegt sich zwischen sichtbarer Realität und innerer Imagination, doch während die orangefarbene Sonne des früheren Werkes eine monumentale, fast metaphysische Wirkung erzeugt, bleibt „Grüne Äpfe“l in seiner Motivgestaltung etwas greifbarer, gleichzeitig aber durch die ungewöhnliche rosa Grundierung weiterhin surreal. Damit greift Evard, bewusst oder unbewusst, einer Geisteshaltung und avantgardistischen Strömung voraus, die erst in den frühen 20er Jahren die Kunstwelt prägen wird.