Das Gemälde „Birne“ von 1944 aus dem Jahr ist ein Ölbild auf Karton und zeigt eine stark abstrahierte Darstellung einer Birne. Das Motiv ist nur noch angedeutet und wird durch dichte, wirbelnde Pinselstriche und einen pastosen Farbauftrag geprägt. Dominierend sind intensive Rot-, Orange-, Grün- und Violetttöne, die der Komposition eine dynamische, beinahe bewegte Wirkung verleihen. Die Birne löst sich nahezu in Farbe und Struktur auf und steht weniger für eine realistische Darstellung als für einen expressiven, emotionalen Ausdruck. Stilistisch lässt sich das Werk der expressiven Moderne beziehungsweise dem Expressionismus zuordnen. Der Expressionismus zeichnet sich durch intensive Farbgebung, verzerrte Formen, dynamische Kompositionen, expressive Pinselstriche, subjektive Perspektiven und emotionale Übersteigerung aus.
„Birne“ entstanden während des Zweiten Weltkriegs (1939-1945), spiegelt die aufgewühlte Malweise den Zeitgeist von Unsicherheit und innerer Spannung wider, wobei das alltägliche Motiv einen bewussten Kontrast zur intensiven, subjektiven Bildsprache bildet.