Ein Schweizer Maler der Moderne

Blumen in Vase, 1970, Aquarell auf Papier, 51 x 41 cm (R.), 14,2 x 10,5 cm (o. R.)

Blumen in Vase, 1970

Das Aquarell zeigt einen farbintensiven, locker komponierten Blumenstrauß, der sich aus dynamisch gesetzten Gelb-, Rot- und Grüntönen zusammensetzt. Die einzelnen Blüten und Blätter sind nur angedeutet und lösen sich in ein Geflecht aus schnellen, gestischen Linien auf, wodurch der Strauß eine lebendige, fast vibrierende Wirkung erhält. Die Vase ist schlank, nahezu transparent gehalten und wirkt eher als grafische Stütze, denn als materielles Objekt. Der Hintergrund bleibt neutral und lässt das florale Motiv umso stärker hervortreten.
Das Werk fällt in Evards späte Schaffensphase, welche sich durch eine größere Freiheit im Umgang mit Form und Farbe auszeichnet. Der Künstler kehrt hier zu einem expressiveren, spontanen Duktus zurück. Die Arbeit verbindet strukturelle Klarheit mit malerischer Auflösung, was typisch für Evards spätere Phase ist, in der er strenge Kompositionen zugunsten eines spielerischeren, emotionaleren Farbauftrags auflockert. Die Verwendung von Aquarell verstärkt diesen Eindruck der Leichtigkeit und Transparenz, da die Farben ineinanderfließen und eine gewisse Unmittelbarkeit vermitteln. Insgesamt zeigt das Werk, wie Evard im hohen Alter zu einer Synthese aus früheren konstruktiven Tendenzen und einer freieren, fas lyrischen Formensprache findet.