Ein Schweizer Maler der Moderne

Berg mit lila und rotem Himmel, 1948, Öl auf Papier, 41 x 51 cm (R.), 10,5 x 14,9 cm (o. R.)

Berg mit lila und rotem Himmel, 1948

Das Gemälde zeigt eine leuchtende, fast expressive aufgeladene Landschaft: Ein geschwungener Weg führt durch eine weite, goldgelbe und orange glühende Ebene auf eine Gebirgskette am Horizont zu. Über den Bergen spannt sich ein dramatischer Himmel in intensiven Formen, die wie schwebende Sonnen oder Feuerkugeln wirken und dem Bild eine geheimnisvolle, fast kosmische Stimmung verleihen.
Evard arbeitet hier mit einem leuchtenden Kolorit und energischem Pinselstrich, der die Grenze zwischen gegenständlicher Landschaft und expressiver Abstraktion auflöst. Die Farbflächen überlagern sich, die Konturen bleiben weich, sodass sich das Werk weniger an der naturgetreuen Wiedergabe orientiert, sondern vielmehr an der emotionalen Wirkung von Farbe und Licht.
Zeitlich lässt sich das Gemälde in Evards spätere Schaffensphase einordnen, in der er nach Jahren der konstruktiven, geometrischen Abstraktion wieder stärker zur Landschaftsmalerei zurückkehrte. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten viele Künstler in Europa einen neuen Ausdruck zwischen innerer Ergriffenheit und formaler Freiheit – auch Evard fand in dieser Phase zu einer lyrisch-expressiven Bildsprache, in der Farbe zum zentralen Träger der Stimmung wird.
Das Werk kann somit als Beispiel für Evards späte Synthese von Expressionismus und Abstraktion gelten – eine poetische Vision der Natur, in der sich Licht, Emotion und Form zu einer harmonischen, fast meditativen Einheit verbinden.