Ein Schweizer Maler der Moderne

Feuerwerk in Landschaft, 1919, Öl auf Hartfaserplatte, 49,5 x 49 cm (R.), 35 x 35 cm (o. R.)

Feuerwerk in Landschaft, 1919

In Feuerwerk in Landschaft entfaltet André Evard (1876-1972) eine stimmungsvolle Szenerie, in der sich Natur und Licht in einer poetischen Einheit begegnen. Über einer sanft ansteigenden Hügellandschaft steigen in weichen Bögen bunte Feuerwerksbahnen in den Abendhimmel. Die warmen Rottöne des Himmels und die dunklen, fast silhouettenhaften Baumgruppen im Vordergrund schaffen einen kraftvollen Kontrast zwischen Ruhe und Bewegung, Dauer und Vergänglichkeit.
Das im Jahr 1919 entstandene Gemälde markiert eine Phase der Neuorientierung – sowohl in Evards künstlerischer Entwicklung als auch im historischen Moment nach dem Ersten Weltkrieg. In der Leuchtkraft des Feuerwerks scheint die Sehnsucht nach Erneuerung auf. Evard, der in seinem Werk immer wieder zwischen gegenständlicher und abstrakter Formensprache pendelte, findet hier eine Balance zwischen Beobachtung und Emotion, zwischen äußerem Naturerlebnis und innerer Empfindung.
Zugleich trägt das Motiv eine kulturübergreifende Dimension in sich: Das Feuerwerk – ursprünglich eine chinesische Erfindung aus dem 9. Jahrhundert – wurde in Europa zum Symbol des Feierlichen, des Neubeginns und der Freude. Evard greift damit ein Motiv auf, das seit Jahrhunderten Ost und West verbindet: das Staunen über das vergängliche Leuchten des Lichts. In diesem Werk begegnen sich die universellen Themen von Hoffnung, Schönheit und Wandel in einer lyrischen Bildsprache, die über Zeit und Kultur hinaus berührt.