Ein Schweizer Maler der Moderne

Frühlingswiese vor blauen Bergen, 1910, 30,5 x 32 cm (R.), 8 x 11 cm (o. R.)

Frühlingswiese vor blauen Bergen, 1910

Das kleine Aquarell Frühlingswiese vor blauen Bergen zeigt André Evard (1876-1972) s frühe Auseinandersetzung mit der Landschaftsmalerei im Spannungsfeld von Naturalismus und beginnender Abstraktion. In feinen Grüntönen entfaltet sich eine sanft modellierte Wiese in einer Punkt- und feingliederigen Flächenstruktur. Der tiefblaue Gebirgszug am Horizont und die stilisierten Wolken verleihen der Komposition eine ruhige, fast meditative Weite. In der beinahe vertikalen Symmetrie der Bildmitte zeigt sich Evards Sinn für Ausgewogenheit.
Trotz der geringen Größe des Blattes gelingt es Evard, mit subtilen Farbverläufen und rhythmischen Pinselspuren eine intensive Lichtstimmung und emotionale Tiefe zu erzeugen – ein frühes Zeugnis seines sensiblen Umgangs mit Farbe und Form.