In dieser frühen Tuschezeichnung zeigt André Evard (1876-1972) eine eindrucksvolle Gebirgslandschaft, die durch ihre feine Linienführung und dichte Schraffur Technik besticht. Die Komposition öffnet sich von einem steinigen Vordergrund über hohe, schlanke Bäume hinweg zu einem tief eingeschnittenen Tal, das in der Ferne von mächtigen Bergmassiven abgeschlossen wird. Evard nutzt die Hell-Dunkel-Kontraste meisterhaft, um räumliche Tiefe und atmosphärische Wirkung zu erzeugen. Trotz der naturalistischen Anmutung ist bereits ein strukturelles Ordnungsbewusstsein spürbar, das auf seine spätere Hinwendung zur Abstraktion verweist. Das Werk dokumentiert Evards frühes Interesse an der grafischen Verdichtung und an der harmonischen Gestaltung von Naturformen.