Ein Schweizer Maler der Moderne

Regenbogen, 1934, Öl auf Hartfaserplatte, 58 x 58 cm (R.), 29 x 29,3 cm (o. R.)

Regenbogen, 1934

Ein zarter Regenbogen spannt sich über eine stille, karge Landschaft – ein flüchtiger Momen, eingefangen in Farbe und Licht. Mit diesem Werk gelingt André Evard (1876-1972) eine eindrucksvolle Verbindung von Naturbeobachtung und innerer Empfindung.
Vor einer wolkenverhangenen Himmelskulisse leuchten Felsen, Bäume und Erdflächen in warmen Ocker- und Brauntönen. Der Regenbogen, in feinen Rosa-, Grün- und Blautönen gesetzt, durchbricht das Grau und schenkt der Szene eine fast magische Leichtigkeit. Nichts wirkt zufällig: Jede Linie, jede Farbnuance scheint vom Rhythmus der Natur durchdrungen.
Die Landschaft erinnert an die Höhenzüge des Jura, die Heimat Evards in La Chaux-de-Fonds. Dort, in rund 1000 Metern Höhe, erlebte der Künstler die dramatischen Wetterwechsel und Lichtstimmungen, die sein Werk prägen. So wird das Bild mehr als nur eine Landschaftsdarstellung – es wird zu einem Sinnbild für den Übergang zwischen Dunkel und Licht, zwischen Stille und Bewegung.
Mit diesem Werk offenbart Evard die lyrische Seite seiner Malerei: eine stille Poesie der Farben, die Hoffnung, Vergänglichkeit und Erneuerung zugleich in sich trägt.