Der Vollmond steht im Zentrum des Werkes von 1919. Rund zwei Drittel der Bildfläche werden von dem mächtigen Mond eingenommen, im Hintergrund wird rechts der blaue Himmel sichtbar, unter dem Mond ein brauner Berg, von dem Evard hier nur den Gipfel darstellt. Auffällig ist, dass Evard – dessen Vorliebe für einen symmetrischen Bildaufbau bekannt ist – Vollmond und Berg weder mittig platziert noch vollständig darstellt. Evard stellt stattdessen einen angeschnittenen Vollmond dar. Symbolisch steht der Vollmond für Vollkommenheit und Vollendung. Durch die ausschnitthafte Darstellung des Vollmondes scheint diese Vollkommenheit jedoch in Frage gestellt zu werden. Der Berggipfel steht symbolisch für das Überwinden von Herausforderungen, das Erreichen von Zielen, aber auch für die Verbindung von Himmel und Erde. So scheint dieses Werk von der Suche nach Vollendung, Vervollkommnung und Transzendenz zu handeln. Werden diese durch die Malerei erreicht werden können?