Ein Schweizer Maler der Moderne

Blaue Hyazinthe, 1940, Öl auf Karton, 53 x 44,5 cm (R.), 35 x 27 cm (o. R.)

Blaue Hyazinthe, 1940

In „Blaue Hyazinthe“ von 1940 vereint André Evard klassische Stillleben Motivik mit expressiver Dynamik. Die zentrale Hyazinthe mit fünf aufgerichteten grünen Blättern ragt aus einem Topf. Die Blüten in satten Blau- und Violetttönen sind locker tupfend aufgetragen. Der schräg gerückte Tisch mit Bastmuster und der lodernde Hintergrund in Orange-, Rot- und Gelbtönen greifen die Bewegung des Blattwerks auf und lassen das Bild lebendig erscheinen.
Durch diese Farbigkeit und die fast flammende Lichtdramaturgie verwandelt Evard das traditionelle Stillleben in einen lebendigen Seheindruck, der den Betrachter unmittelbar in das Bild zieht.
Die Hyazinthe steht in der europäischen Kunsttradition für Frühling, Wiedergeburt und Vergänglichkeit. Entstanden 1940 in La Chaux-de-Fonds, spiegelt das Werk auch die besonderen Umstände des europäischen Kunstmarkts in der Zeit des 2. Weltkrieges (1939 – 1945). Die Region war von den politischen und ökonomischen Turbulenzen der Zeit zwar weniger direkt betroffen als die großen Metropolen, fungierte aber als wichtiger Rückzugsort für Künstler und Sammler. Evard, der sich in diesem Umfeld bewegte, konnte durch seine Werke eine eigenständige künstlerische Sprache entwickeln, die sich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion spannte. Zugleich war der lokale Kunstmarkt geprägt von einer selektiven Nachfrage nach kleinformatigen, tragbaren Arbeiten, wie „Blaue Hyazinthe“ sie repräsentiert.