Ein Schweizer Maler der Moderne

Blaue Nelken, 1918, Öl auf Hartfaserplatte, 42 x 50 cm (R.), 25 x 25 cm (o. R.)

Blaue Nelken, 1918

Das Gemälde zeigt eine zarte, poetische Stillebenkomposition: In einer kugelförmigen Vase stehen mehrere blau getönte Nelken, deren schlanke Stiele und leicht geöffneten Blüten eine feine, fas schwebende Leichtigkeit ausstrahlen. Die Blätter und Blütenköpfe sind locker arrangiert und weise unterschiedliche Blauschattierungen auf, die sich mal kräftiger, mal pastellhaft zeigen.
Die Vase ruht auf einer kleinen, flachen Platte, die wiederum auf einem angedeuteten Sockel steht. Ihre runde Form wird durch eine weiche Lichtreflexion betont, die dem Objekt Volumen und materielle Präsenz verleiht. Der Hintergrund ist lebendig und malerisch gestaltet: warme Gelb- und Ockertöne dominieren, durchzogen von schimmernden Rosé- und Orangestreifen, die wie lasierende Farbschleier wirken. Diese abstrahierte, farbintensive Gestaltung schafft einen atmosphärischen Kontrast zu den kühlen, blauen Nelken.
Das Gemälde wirkt insgesamt harmonisch, zart und zugleich modern in seiner farbbetonten, leicht abstrahierenden Formsprache, typisch für Evards Arbeiten aus dieser Zeit.