Das Werk zeigt einen opulenten Strauß aus orangefarbenen und tiefvioletten Blüten in einer dunklen Vase, die zentral vor einem neutralen Hintergrund auf einem gemusterten, runden Tisch platziert ist. Die kräftigen Farbakzente der orangen leuchtenden Blumen stehen in starkem komplementär Kontrast zu den dichten, schweren violetten Blüten, wodurch eine spannungsreiche Farbdramaturgie entsteht. Die Gouache-Technik verleiht der Oberfläche eine matte, zugleich satte Farbwirkung, die die Formen klar konturiert und ihnen eine kompakte Präsenz verleiht. Gouache ist eine Deckfarbenmalerei auf Wasserbasis, bei der die Farben undurchsichtig, kräftig und matt aufgetragen werden, sodass feine Details und leuchtende Flächen gleichermaßen möglich sind.
Der Tisch mit seinem warmen, fleckigen Muster dient als stabiler Bildgrund und verstärkt die farbliche Intensität des Straußes.
In diesem Werk entfernt sich Evard zunehmend von früheren experimentellen Strömungen wie etwa dem Kubismus und der konstruktivistischen Reduktion. Er wendet sich dabei einer dekorativen, farbbetonten Figuration zu. Auch wenn das Stillleben auf den ersten Blick traditionell wirkt, zeigt sich Evards charakteristische Strukturierung der Komposition: eine klare Zentralperspektive, ein ausgewogenes Spiel zwischen Flächigkeit und Volumen sowie eine bewusste Betonung der Farbmassen.
In der Nachkriegszeit suchte Evard wieder verstärkt nach harmonischen, farbintensiven Motiven, was dieses Werk eindrücklich bezeugt. Die dichte, fast mosaikartige Setzung der Farbflächen deutet zudem auf seine lebenslange Auseinandersetzung mit Ornament, Struktur und Formstabilität hin. So verbindet das Bild traditionelle Stillleben-Malerei mit Evards unverwechselbarem Sinn für konstruktive Ordnung und leuchtende Farbigkeit.