Ein Schweizer Maler der Moderne

Liegende Rosen, 1919, Öl auf Hartfaserplatte, 32 x 39,5 cm (R.), 19 x 26,5 cm (o. R.)

Liegende Rosen, 1919

Hier zeigt sich ein Stillleben, das bereits deutlich Evards Hinwendung zur expressiven Farb- und Formgestaltung der frühen Moderne erkennen lässt. Die Rosen, in warmen Rosa- und Gelbtönen modelliert, sind nicht naturalistisch bis ins Detail ausgearbeitet, sondern wirken bewusst vereinfacht und weich konturiert. Diese malerische Behandlung verweist auf Evards Auseinandersetzung mit dem Postimpressionismus und den frühen expressionistischen Strömungen, in denen Farbe und Atmosphäre gegenüber der präzisen botanischen Darstellung an Bedeutung gewinnen.
Das Blattwerk ist in lockeren, rhythmisch gesetzten Grüntönen gestaltet und gibt dem Blumenarrangement eine lebendige Bewegung, während der Hintergrund in pastosen verschwommenen Farbflächen gehalten ist. Dadurch entsteht eine nahezu schwebende, poetische Wirkung, die das Stillleben aus dem rein dekorativen Genre herauslöst und in den Kontext einer modernen, subjektiv geprägten Bildauffassung stellt. Die Komposition zeigt Evards Interesse an der Balance zwischen Struktur und Feinheit – ein Merkmal, das später auch seinen Weg in die konstruktive und abstrakte Malerei prägen sollte.