Das Gemälde zeigt ein Blumenstillleben, das auf den ersten Blick ein traditionelles Motiv aufgreift. Ein üppiger Strauß gelber Sonnenblumen füllt den Großteil des Bildraums. Die Blüten wirken lebendig und unterschiedlich geöffnet, einige neigen sich nach vorn, andere wenden sich leicht zur Seite, sodass ein lebhaftes, beinahe bewegtes Gesamtbild ensteht. Sie stehen in einer bauchigen, dunkelgrünen Vase auf einem Tisch mit einem dunklen Tuch. Dieses Tuch, mit seinen weichen Falten, bildet einen deutlichen Kontrast zur klaren ruhigen Wandfläche im Hintergrund.
Evard ordnet die Elemente mit einer für sein frühes Werk typischen Klarheit: Vertikale und horizontale Linien – etwa die angedeutete Wandkante und die Tischfläche – stabilisieren die Komposition und verleihen dem blütenreichen Strauß eine ruhige, ausgewogene Basis. Die Farbigkeit wirkt harmonisch und spannungsreich zugleich. Das weiche Licht, das von links einzufallen schein, modelliert sowohl Blätter als auch Blüten und gibt dem Sitllleben eine sanfte Räumlichkeit.
Stilistisch bewegt sich Evard in dieser Phase noch innerhalb der Tradition der postimpressionistischen Stilllebenmalerei. Doch schon in diesem Werk wird sein Streben nach Vereinfachung, nach klaren Flächen und struktureller Ordnung sichtbar. So verbindet dieses Werk klassische malerische Tradition mit modernen Tendenzen und markiert eine wichtige Etappe in Evards künstlerischer Entwicklung, auf dem Weg zu seiner charakteristischen konstruktiven Bildsprache.