Das Gemälde zeigt eine stille, atmosphärische Szenerie, die in gedämpften Grautönen gehalten ist. Im Vordergrund liegt ein dunkler Uferstreifen, der das Bild nach unten klar begrenzt und in eine ruhige Wasserfläche überleitet. Das Gewässer wirkt spiegelglatt und verstärkt die friedliche Stimmung des Werkes. Über dem klaren Horizont öffnet sich ein weiter Himmel, in dessen Zentrum eine große, plastisch modellierte Wolke schwebt. Ihre helleren Schattierungen bilden einen markanten Kontrast zur zurückhaltenden Farbigkeit der Umgebung. Kleinere Wolkenfragmente begleiten sie und betonen die Weite des nächtlichen Himmels. Die gesamte Komposition wirkt geordnet, ausgewogen und strahlt eine tiefe Ruhe aus.
Zeitlich lässt sich das Werk in eine Phase einordnen, in der Evard – einer der frühen Vertreter der konstruktiven und konkreten Kunst in der Schweiz – weiterhin zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit arbeitete. In den 1950er und 1960er Jahren bevorzugte er eine reduzierte, harmonische Farbpalette unklare Strukturen, was sich auch in dieser Landschaft widerspiegelt. Die schlichte, konzentrierte Bildsprache steht im Einklang mit den Kunsttendenzen der Nachkriegszeit, die Ruhe, Ordnung und Klarheit anstelle von expressiver Dramatik betonten. So verbindet Evard in diesem Werk eine poetische Naturdarstellung mit der Formstrenge seiner konstruktiven Haltung.