Das quadratische Gemälde zeigt einen vereinzelten, hoch aufragenden Baum vor einer intensiv farbigen, fast abstrakt wirkenden Landschaft. Der Stamm teilt die quadratische Bildfläche vertikal, während sich im Hintergrund ein dynamisches Spiel aus Braun-, Gelb- und Blautönen entfaltet.
Evard löst das Naturmotiv weitgehend von realistischer Darstellung und betont stattdessen die malerische Struktur und Farbwirkung. Der Baum wird zu grafischer Linie, die sich kontrastreich vom leuchtenden, in Gelb und Range vibrierenden Hintergrund abhebt. Die dunklen, erdigen Partien am Rand rahmen das Zentrum und verleihen der Komposition eine starke Tiefenwirkung.
In seiner expressiven Farbigkeit und der Tendenz zu formaler Vereinfachung steht das Werk exemplarisch für Evards Übergansphase zwischen Expressionismus und Abstraktion. Farbe und Form entwickeln eine eigene emotionale Energie – Natur erscheint hier weniger als Abbild, sondern als Ausdruck innerer Bewegung und Lichtintensität.