Ein Schweizer Maler der Moderne

Fluss mit Bäumen, 1964, Tusche auf Papier, 41 x 51,5 cm (R.), 10,2 x 14,5 cm (o. R.)

Fluss mit Bäumen, 1964

Das Bild zeigt eine lebendige Flusslandschaft, die in kräftigen, dynamischen Linien und leuchtenden Farbaktzenten festgehalten ist. Der Fluss zieht sich diagonal durch die Komposition und öffnet den Blick in die Tiefe des Bildraums. Seine Oberfläche ist in Blau- und Türkistönen gestaltet, durchzogen von dunklen Tuschestrichen, die Bewegung und Strömung andeuten. Links und rechts rahmt dichtes, üppiges Grün das Gewässer ein. Die Bäume und Büsche sind mit expressiven Konturen und schnellen, gestischen Linien gezeichnet, wodurch eine fast vibrierende Energie entsteht. Gelbliche und hellgrüne Akzente setzen Lichtpunkte, während der Himmel nur leicht angedeutet und in sanften Weiß- und Blautönen gehalten ist. Die Komposition wirkt insgesamt dynamisch, farbintensiv und zugleich harmonisch.
Das Werk entstand in einer Phase in der gestischen Linienführung, expressive Farbigkeit und reduzierte Formensprache in der Kunst weit verbreitet waren. Evards lebendige Tuschestriche und die Betonung der emotionalen Wirkung von Farbe und Bewegung spiegeln diesen künstlerischen Zeitgeist wider. Wie viele Künstler der 1960er Jahre stellt er die Landschaft nicht naturalistisch dar, sondern nutzt sie als Ausdruck innerer Empfindungen und als Spielraum für freie, spontan wirkende Formgestaltung.