Ein Schweizer Maler der Moderne

Sonnenuntergang mit kahlen Bäumen, 1918, Öl auf Karton, 36 x 40,5 cm (R.), 22 x 27 cm (o. R.)

Sonnenuntergang mit kahlen Bäumen, 1918

Das Ölgemälde zeigt eine Landschaft in intensiven Gelb-, Orange- und Rottönen. Im Zentrum des Bildes steht ein großer, leuchtender Sonnenuntergang, dessen Strahlen sich kreisförmig über den gesamten Himmel ausbreiten. Im Vordergrund erkennt man eine karge Landschaft mit kahlen, beinahe verdorrten Bäumen. Einige Vögel ziehen in der Ferne über die Berge hinweg – ein Motiv, das Bewegung und Hoffnung andeutet.
Die Farbwahl der Komposition vermitteln eine doppelte Stimmung: Einerseits wirkt das warme Licht des Sonnenuntergangs friedlich und hoffnungsvoll – ein Symbol für ein nahendes Ende und vielleicht auch für einen Neubeginn. Andererseits erinnern die kahlen Bäume und die leere Landschaft an Zerstörung, Verlust und Erschöpfung. Diese Ambivalenz lässt sich gut im historischen Kontext des Entstehungsjahres 1918 deuten: dem Ende des Ersten Weltkrieges. (1914-1918) Evard könnte hier bewusst den Untergang der Sonne als Metapher für das Ende des Krieges verstanden haben – ein Kapitel voller Leid, Verwüstung und Tod, das nun langsam zu Ende geht. Zugleich kündigt das Licht am Horizont die Hoffnung auf Frieden und Erneuerung an.
Insgesamt wirkt das Bild wie ein stiller Moment zwischen Ende und Anfang: der Schmerz über das Vergangene und die vorsichtige Hoffnung auf eine bessere Zukunft.