Ein Schweizer Maler der Moderne

Orange, 1917, Öl auf Hartfaserplatte, 32,5 x 39 cm (R.), 17,5 x 24,9 cm (o. R.)

Orange, 1917

In dem Ölgemälde „Orange“ von 1917 entfaltet André Evard eine surreale Synthese aus Landschaft und Stillleben. Die kantigen, in kühlen Blau- und Grüntönen gehaltenen Formen erinnern an zerklüftete Berggipfel, doch zugleich lösen sie sich von jeder naturalistischen Darstellung und bilden einen Untergrund für ein Objekt. Über dieser kantigen Struktur schwebt nämlich eine monumentale, glühend orangefarbene Sonne – oder ist es eine Orange?
Das Werk entstand in einer Zeit des Umbruchs, als Künstler begannen, die äußere Welt zugunsten einer poetischen, traumhaften Wirklichkeit zu verlassen. Evard greift hier bereits Gedanken auf, die später den Surrealismus (1920 – 1940) prägen sollten: das Verschmelzen von Traum und Realität. Seine Komposition oszilliert zwischen Abstraktion und Vision – ein frühes Zeugnis jener künstlerischen Bewegung, die das Sichtbare übersteigen wollte, um das Unsichtbare zu zeigen.